Strategische Rohstoffplanung zu elektrischen Antriebstechnologien im Automobilbau

Strategische Rohstoffplanung zu elektrischen Antriebstechnologien im Automobilbau

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Inhaltsangabe:Einleitung: Wie schnell die StabilitAct der Weltwirtschaft zu beeinflussen ist, wurde in den letzten Monaten in beeindruckendem MaAŸe durch tAcgliche Hiobsbotschaften der Weltwirschaftspresse vorgefA¼hrt. GrA¼nde fA¼r die eintretende Weltwirtschaftskrise konnten jedoch keine genannt werden, denn die EinflA¼sse auf die heutige Weltwirtschaft wurden im Zuge der Globalisierung AcuAŸerst komplex. So kam es in den letzten Jahrzehnten zu einem starken Wachstum und einer Einflussnahme der sogenannten BRIC Staaten, bestehend aus Brasilien, Russland, Indien und China, welche mit hohen Wachstumsraten eine neue Rolle in der Weltwirtschaft einnehmen. Zudem haben China und einige weitere SchwellenlAcnder wie zum Beispiel SA¼d Afrika eine starke Einflussnahme zur Versorgung mit einzelnen metallischen Rohstoffen. Erschwerend kommt hinzu, dass die LagerstActten dieser Rohstoffe auch in diesen LAcndern zu finden sind, wodurch es zu einer AbhAcngigkeit der Weltwirtschaft kommt. Gleichzeitig wAcchst auch der Rohstoffbedarf der BRIC Staaten mit ihrem Wirtschaftswachstum an. So kam es in China in den Jahren 2000 bis 2005 bei vielen metallischen Rohstoffen zu einer groAŸen Nachfragesteigerung mit einem bedeutenden, weltweiten Nachfrageanteil. Diese zusActzliche Nachfrage der BRIC Staaten fA¼hrte zu enormen Preissteigerungen in den RohstoffmAcrkten. Als Beispiel ist der von der deutschen Bundesanstalt fA¼r Geowissenschaften und Rohstoffe regelmAcAŸig errechnete Metallpreisindex genannt, der sich nach einem a€žtrAcgena€œ verlauf in den neunziger Jahren, im Zeitraum von 2003 bis 2008, mehr als verdreifacht. Durch einen Preisanstieg notwendiger Rohmaterialien kommt es zu einer starken finanziellen Belastung vieler Unternehmen. DarA¼ber hinaus ist durch die derzeitige Weltwirtschaftskrise eine politische und eine wirtschaftliche Destabilisierung der zur Rohstoffversorgung wichtigen BRIC Staaten mApglich. Eine solche Destabilisierung einiger LieferlAcnder wA¼rde die weltweite Rohstoffversorgung gefAchrden. In dieser Krise steuert die Automobilindustrie immer nAcher auf einen technologischen Umbruch zu, der Wandel zur elektrischen MobilitAct. Diese Umstrukturierung vom Verbrennungsmotor hin zum elektrischen Antrieb bedeutet fA¼r die Automobilindustrie einen Bedarf an vApllig neuen Technologien wie sie in Elektromotoren, Batterien und Brennstoffzellen zu finden sind. Zumeist im Hintergrund bleibt bei dieser Diskussion, dass sich mit einem Wechsel der Automobilhersteller auf alternative Antriebe auch die Nachfrage nach Rohstoffen verAcndert. Die Nachfrage tendiert zu High-Tech-Rohstoffen mit einem breiten Anwendungsportfolio in alternativen Energietechnologien, welche im Zuge der immer wichtiger werdenden Steigerung der Energieeffizienz extrem hohe Wachstumspotenziale in sich tragen. Es ist daher davon auszugehen, dass neben den bisher bedeutenden Rohstoffen der Automobilindustrie wie den Stahlveredlern Nickel, Chrom, Mangan neue strategische Metalle hinzukommen werden. GegenwAcrtig wAcchst daher sowohl innerhalb als auch auAŸerhalb der Automobilindustrie das Bewusstsein, dass mApgliche Kostenrisiken und Ausfallrisiken von Rohstoffen eine verstAcrkte Beachtung erfordern. Zielsetzung: Ziel dieser Arbeit war es, Rohstoffe zu identifizieren, die fA¼r die Automobilindustrie von Bedeutung sind und gleichzeitig eine unsichere zukA¼nftige Versorgungssituation aufweisen. Rohstoffe mit hoher strategischer Relevanz, bei einer gleichzeitig unsicheren Versorgungssituation, wurden dabei als kritischer Rohstoff definiert. Um den spezifischen Risiken dieser Rohstoffe vorzubeugen, wurden aus den in dieser Arbeit getActigten Studien Implikationen fA¼r die Automobilindustrie abgeleitet. Als Risiko wird hierbei ein Ausfall, ein Engpass, oder eine drastische Preissteigerung von dringend benAptigten Produktionsrohstoffen angesehen. Als Ausfallrisiko wird die Gefahr versiegender geologischer Vorkommen des benAptigten Rohstoffes bezeichnet. Dies ist der Fall, wenn die Vorkommen eines Rohstoffes noch nicht Apkonomisch oder nicht mehr technisch abgebaut werden kApnnen, und deshalb fA¼r die Industrie nicht mehr erreichbar sind. Ein Engpassrisiko ist gegeben, falls aus technischen GrA¼nden die Rohstoffnachfrage nicht mehr gedeckt werden kann. Dieser technische Engpass kommt zustande, falls in der WertschAppfungskette ein Stakeholder nicht in der Lage ist, der Nachfrage des Endverbrauchers nachzukommen. GrA¼nde hierfA¼r kApnnen Apkonomischer, Apkologischer oder politischer Natur sein. Des Weiteren wird das Kostenrisiko von Rohstoffen betrachtet. Bei Kostensteigerungen von Rohstoffen ist nicht die VerfA¼gbarkeit des Rohstoffes gefAchrdet, es kommt lediglich zu einer Preissteigerung. Eine mApgliche Ursache hierfA¼r ist die Monopolstellung eines Rohstoff produzierenden Unternehmens und einer daraus resultierenden Preisdiktatur. Um eine Analyse dieser Risiken von Rohstoffen durchzufA¼hren, musste in einem ersten Schritt eine Identifizierung von risikoreichen Rohstoffen durchgefA¼hrt werden. Dazu wurden das Angebot, die Nachfrage und die AcuAŸeren EinflA¼sse der Rohstoffe untersucht, um den Grad der GefAchrdung eines Rohstoffes fA¼r ein Unternehmen, bzw. die KritikalitAct eines Rohstoffes, zu beurteilen. Zudem wurde eine weitere EinschrAcnkung der zu betrachtenden Rohstoffe vorgenommen. Es wurden lediglich metallische Rohstoffe betrachtet, die sich im elektrischen Antriebstrang eines Automobils befinden. Hierzu gehApren Rohstoffe, welche aufgrund ihrer FunktionalitAct dringend fA¼r die Technologien zum elektrischen Antrieb benAptigt werden. Die betrachteten Technologien waren dabei die Batterietechnologie, die Brennstoffzelle und der Elektromotor. Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.EinfA¼hrung3 2.Zielsetzung5 3.Identifizierung kritischer Rohstoffe6 3.1Die KritikalitAct von Rohstoffen6 3.1.1VerfA¼gbarkeit von Rohstoffen7 3.1.2Strategische Bedeutung von Rohstoffen9 4.Die Rohstoffanalyse14 4.1Versorgungssituation - Lithium14 4.2Reservenbasis / Reserven - Lithium14 4.3Analyse der Angebotssituation - Lithium17 4.4Analyse der Nachfrageentwicklung - Lithium27 4.5Angebot/Nachfrage Szenarien - Lithium29 4.6Beurteilung der KritikalitAct von Lithium35 4.7Versorgungssituation - Neodym38 4.8Reservenbasis / Reserven - Neodym38 4.9Analyse der Angebotssituation - Neodym40 4.10Analyse der Nachfrageentwicklung - Neodym45 4.11Angebot/Nachfrage Szenarien - Neodym46 4.12Beurteilung der KritikalitAct von Neodym49 4.13Versorgungssituation - Platin52 4.14Reservenbasis / Reserven - Platin52 4.15Analyse der Angebotssituation - Platin53 4.16Analyse der Nachfrageentwicklung - Platin59 4.17Angebot/Nachfrage Szenarien - Platin61 4.18Beurteilung der KritikalitAct von Platin63 5.Zusammenfassung und Ausblick65 Quellenverzeichnis67 BegriffsklAcrungiii Textprobe:Textprobe: Kapitel 4.3.5, A„uAŸere Einflussfaktoren zur Rohstoffproduktion: Im Folgenden werden potenziell produktionshemmende Einflussfaktoren in der sA¼damerikanischen Region des Salar de Atacama A¼berprA¼ft. Insbesondere wird hierbei aufgrund des wasserintensiven Prozesses der Brineproduktion, die Wasserversorgungssituation und die politische Situation in der Region betrachtet. Wasserversorgung - Brine Produktion am Salar de Atacama: Das Sole Verfahren, wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, benAptigt zum Evaporationsprozess Wasser. Es stellt sich somit die Frage, welche Konsequenzen sich durch die starke Nutzung der Ressource Wasser ergeben. Der Wasserstand am Salar de Atacama wird reguliert durch NiederschlAcge und Evaporationsprozesse. FA¼r den Salar de Atacama handelt es sich um ein jAchrliches Zuflussvolumen von ca. 5m3/s (Angabe der UniversitAct Santiago de Chile). Dieser Wert bestimmt die maximale Menge an nutzbarem Wasser, das entnommen werden kann, ohne dass es zu Apkologischen SchAcden kommt. Jedoch ist dieser Wert als Richtwert zu betrachten. Denn der Zusammenhang zwischen Evaporation und Niederschlag ist noch nicht abschlieAŸend wissenschaftlich erfasst. Genau dieses Wissen ist jedoch fA¼r eine AbschActzung der durch den Wasserverbrauch begrenzten maximalen Lithium-FAprdermengen notwendig. Umweltbelastungen der Brine Produktion am Salar de Atacama: Der Wasserverbrauch bei der Lithiumproduktion ist auch ein entscheidender Indikator fA¼r die Umweltbelastung, welche aus der FAprderung resultieren kann. Inwieweit und in welchem Umfang der Abbau von Lithium auf die Ressource Wasser zugreift, ist dabei auch entscheidend fA¼r den Umfang der Umweltbelastung. Eine Studie der Consultative Group on International Agricalture Reasearch (CGIAR) und der Ford Foundation hat ergeben, dass nach aktuellen hydrologischen Beobachtungen die Wassermenge des Salar de Atacama in Chile, bei der gegenwAcrtigen FAprderung, nicht beeinflusst wird. (Aracena, 2005) Auch die umliegenden Salzseen, welche sich durch ohnehin niedrige WasserstAcnde auszeichnen, zeigen keine auffAclligen VerAcnderungen. Jedoch sind sich Experten einig, dass die Salar-Systeme sich auf VerAcnderungen des Wasserkreislaufs AcuAŸerst sensitiv reagieren, weshalb die Beobachtungen des salzhaltigen Kerns und der Umgebung weitergefA¼hrt werden. Neben diesen wissenschaftlichen Analysen berichten umliegende Bewohner des Salars, bereits von einer VerAcnderung der WasserstAcnde. Das chilenische Wasserversorgungsamt fA¼hrt derzeit Untersuchungen A¼ber den Stand der Wasserressourcen in und um den Salar de Atacama durch. Auf Grundlage dieser Untersuchungen sollen Entscheidungen A¼ber die weitere Vergabe von Wassernutzungsrechten der operierenden Minengesellschaften getroffen werden. Durch eine Ausweitung der Lithium-FAprderkapazitActen am Salar de Atacama ist von einer zusActzlichen Belastung des Salars und weiterer Salzseen der Region auszugehen. Hinzu kommt der Tourismus, der sich ebenfalls negativ auf das Apkologische Gleichgewicht auswirkt. Es sind somit dringende Forschungsarbeiten notwendig, um den Wasserkreislauf der Salzseen einzuschActzen, und eine langfristige ZerstAprung der A–kosysteme zu vermeiden. Politische und soziale Situation: Vor dem Hintergrund der LithiumfAprderung muss auch die politische und soziale Situation in der Region betrachtet werden. Die Arbeit konzentriert sich vor allem auf Chile und Bolivien. Chile wurde dabei aufgrund eines hohen Anteils an der Lithiumweltproduktion herangezogen, wAchrend die grApAŸten Lithiumreserven auf bolivianischem Territorium liegen. Bolivien: Bolivien ist eines der politisch instabilsten und Acrmsten LAcnder SA¼damerikas. Gleichzeitig besitzt Bolivien jedoch enorme Ressourcen an ErdApl, Erdgas und strategischen Metallen. Genau dieser Gegensatz stA¼rzte das Land 2005 in eine politische Krise. Mehrere kleinere Proteste der BevAplkerung gegen die Regierung von Gonzalo Sanchez de Lozada wegen SteuererhAphungen wuchsen sich Ende 2005 zu Massenprotesten aus. Diese wurden insbesondere durch die sozialistische Opposition organisiert und richteten sich gegen den Bau von Gas- und ErdAplexportprojektion der Regierung. Seit Januar 2006 regiert in Bolivien Evo Morales, ein PrAcsident indigener Herkunft der sozialistischen bolivianischen Partei Movimiento al Socialismo (MAS). Die MAS hat starken RA¼ckhalt bei Bauern und indigenen bzw. mittleren bis Acrmeren BevAplkerungsschichten und richtet ihre Politik nach ihnen aus. So arbeitet die neue Regierung stark an einer Umverteilung der natA¼rlichen Ressourcen Boliviens nach sozialistischem Vorbild. Jedoch schwindet die politische StabilitAct des Landes, aufgrund einer fortschreitenden ideologischen Spaltung im Westen vollzieht sich eine immer stAcrker werdende sozialistische Radikalisierung, wAchrend im Osten eher eine politische gemAcAŸigte Stimmung vorherrscht. Im Osten des Landes sitzt eine grApAŸtenteils durch ErschlieAŸung neuer A–l- und Erdgasquellen mittelstAcndische BevAplkerungsschicht, die durch eine sozialistische Politik in ihrer Wirtschaftsdynamik gebremst wA¼rde. Im westlichen Hochland dagegen wird drauf verwiesen, dass man bis vor wenigen Jahren den damals Acrmeren Osten mitfinanziert habe, und die Ressourcen Boliviens einheitlichen Nutzen bringen sollen. Diese politischen Konflikte werden durch ethnische Konflikte noch zusActzlich angeheizt. Im Westen leben A¼berwiegend Indios und Bauern. AbschlieAŸend ist zu sagen, dass Bolivien mit der Wahl von Evo Morals keineswegs zu politischer StabilitAct zurA¼ckgefunden hat. Die Regierung sieht sich mit einem Ost-West Konflikt konfrontiert. Es ist davon auszugehen, dass die Regierung nochmals an StabilitAct verliert, falls die Verstaatlichung der BodenschActze nicht zum propagierten wirtschaftlichen Aufschwung fA¼hrt. Gleichzeitig stApAŸt die symbolisch populistische Politik an ihre Grenzen. MaAŸnahmen wie die medienwirksame Besetzung einiger Erdgasfelder durch das MilitAcr, sind nicht beliebig wiederholbar um sich die UnterstA¼tzung der extrem sozialistischen Volksbewegungen im Westen zu sichern. GroAŸinvestitionen, wie sie zum Ausbau von Lithium-FAprderanlagen notwendig wAcren, gestalten sich mit diesem politischen und sozialen Hintergrund als kritisch. Das potenzielle Lithium-Abbaugebiet, der Salar de Uyuni, befindet sich zudem im SA¼dwesten Boliviens, genau in jener Region die sich massiv gegen auslAcndische GroAŸinvestoren und den Export Bolivianischer Ressourcen wehrt. Chile: Chile gehAprt nach einer Umfrage der a€žTransparency Internationala€œ zu den weltweit 22 LAcndern mit der niedrigsten Korruptionsrate, knapp hinter Deutschland, und gilt als das politisch stabilste, zuverlAcssigste Land im sA¼damerikanischen Raum. Zudem ist Chiles Infrastruktur eine der besten in SA¼damerika. Mit seiner liberalen Wirtschaftspolitik ist Chile fA¼r Investitionen weltweit kooperierender Firmen interessant. Chile gilt daher aus politischem und sozialem Hintergrund als eines der eher unkritischen FAprderlAcnder.Juni 07 von http://www.fvee.de/fileadmin/publikationen/Themenhefte/th2004/ th2004_04_01.pdf Deutsche Bank (9. Juni 2008).Electric Cars: Plugged In - Batteries ... Daimler AG-Manager E Motor. (B. Achzet, Interviewer) Impala Platinum. (28.


Title:Strategische Rohstoffplanung zu elektrischen Antriebstechnologien im Automobilbau
Author: Benjamin Achzet
Publisher:diplom.de - 2010-06-07
ISBN-13:

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